Basis Kunst und Bau – Macharten von Ost bis West

Karl-Heinz Adler, Eva Maria Gisler, Pavel Karous, Andreas Kempe, Friedrich Kracht, Sylva Lacinová, Václav Požárek, Sereina Steinemann, Hannah Weinberger, Patricia Westerholz, Frank Zitzmann
23.10.–05.12.2020 Stadtgalerie Bern

Mit Projektvorschlägen für die Schwimmhalle Neufeld von BLESS, Ryan Gander, Lori Hersberger, Renée Levi, Pamela Rosenkranz

13.11.–19.12.2020 Hochschule der Künste Bern HKB

Mit Projektvorschlägen für die Volksschule Wyssloch von Nino Baumgartner, Haus am Gern, Alain Jenzer, Florence Jung, Lang/Baumann

Mit Projektvorschlägen für die Heilpädagogische Schule Bern von Inga Häusermann, Mikhail Karikis, Rebecca Kunz, Matthias Liechti, Selina Lutz, Hinrich Sachs

Die Ausstellungsreihe Basis Kunst und Bau ist kuratiert von Ronny Hardliz (Künstler und Architekt) und organisiert von BAKUB – Verein Basis Kunst und Bau und der Stadtgalerie.

Die Ausstellung Basis Kunst und Bau – Macharten von Ost bis West steht unter der Schirmherrschaft der Botschafterin der Tschechischen Republik und wird unterstützt von Stadt und Kanton Bern, Burgergemeinde Bern, Stanley Thomas Johnson Stiftung, Ernst Göhner Stiftung und Stiftung Temperatio.

Veranstaltungen:

Eröffnung der Ausstellung:
Do, 22.10.2020,
18 Uhr

Stadtgalerie: Rundgang durch die Ausstellung:
Do, 05.11.2020,
18 Uhr

HKB: Eröffnung erster Teil Basis Kunst und Bau an der HKB
Do, 12.11.2020,
18 Uhr

Stadtgalerie: Podiumsgespräch mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, und Kultur
Fr, 20.11.2020,
18 Uhr
Moderation: Martin Beutler

Stadtgalerie: Rundgang mit Übersetzung in Gebärdensprache
Do, 26.11.2020,
18 Uhr

Stadtgalerie: Rundgang durch die Ausstellung
Do, 03.12.2020,
18 Uhr

HKB: Eröffnung zweiter Teil Basis Kunst und Bau an der HKB
Fr, 04.12.2020,
18 Uhr

HKB: Tagung Basis Kunst und Bau
Sa, 05.12.2020,
13 Uhr
Mit Pavel Karous, Antje Kirsch, Doreen Mende, Nora Sternfeld, u.a. Moderation: Rachel Mader.

Kunst und Bau hat eine andere Permanenz, als die Kunst, die wechselnd in Ausstellungsräumen gezeigt wird. Ideell steht sie im Dialog mit ihrem architektonischen Kontext – dem Raum, dem Programm und den Menschen die sich darin bewegen – und bleibt doch an ihn gebunden. Sie setzt sich der Öffentlichkeit aus, und muss sich mit der Frage konfrontieren, was Öffentlichkeit ist, wie sie sich zusammensetzt, wen sie ausschliesst, und wie sie auf dieses sich verändernde Gefüge einwirken kann. Meist finanziert durch die staatliche oder kommunale Hand – durch einen bestimmten Prozentsatz der Bausumme – bleiben die Werke im Besitz der Allgemeinheit und damit Teil der verwalterischen Verantwortung und Fürsorge. Als Kunst, die nicht Gegenstands eines spekulativen Marktes ist und deren Wert sich dadurch einfach auf ihre Kosten reduzieren liesse, und die – ihrer Geschichte wegen – als blosse Künstler*innenförderung abgetan werden könnte, stand sie schon immer unter besonderem Legitimationsdruck. Heute kommt hinzu, dass sich der Begriff der Öffentlichkeit und der Allgemeinheit durch voranschreitende Privatisierungstendenzen, Individualisierung und Globalisierung in einer Krise oder zumindest in grundsätzlichem Wandel befindet.

Die Ausstellung Basis Kunst und Bau – Macharten von Ost bis West in der Stadtgalerie wagt den Vergleich von vergangenen mit gegenwärtigen Kunst am Bau Praktiken. Eine Auswahl von Dokumentationen, Modellen und Originalen aus den ehemalig sozialistischen Staaten der DDR und ČSSR gibt Einblick in eine umfassende Kunst am Bau Praxis, die aus heutiger Sicht reguliert erscheint, die gleichzeitig aber Kunstschaffenden sehr weitreichend Kompetenzen zur Gestaltung der «gesellschaftlichen Umwelt» gab. Demgegenüber werden Einblicke in momentan laufende und abgeschlossene Wettbewerbsverfahren von Stadt und Kanton Bern ermöglicht. Die Ausstellung soll durch die Gegenüberstellung Parallelen und Unterschiede bei den institutionellen Herangehensweisen und künstlerischen Macharten sichtbar machen. Damit schärft sie den Blick auf Kunst und Bau als ein künstlerisches Feld in Wechselwirkung von Öffentlichkeit, Politik und Architektur und sucht, wenn nicht nach Antworten, dann nach Fragen zur gesellschaftlichen Bedeutung von Kunst und Bau in Gegenwart und Zukunft.

Basis Kunst und Bau – Macharten von Ost bis West ist die zweite Ausstellung einer Reihe, die sich mit Kunst und Bau befasst, und die in der Stadtgalerie mit Basis Kunst und Bau – Gegenwärtige Praktiken der Stadt Bern 2017 ihren Anfang nahm. Während die erste Ausstellung vor allem die Verfahrensprozesse beleuchtete, die oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen, zeigt die zweite Ausstellung Wettbewerbsbeiträge im grösseren historischen Horizont. Erweitert wird die Reihe durch einen zusätzlichen Ausstellungsort an der Hochschule der Künste Bern mit weiteren laufenden Verfahren zu Kunst und Bau Wettbewerben in der Stadt Bern und einer internationalen Tagung zur Zukunft von Kunst und Bau.

Der erweiterte Standort der Ausstellung Basis Kunst und Bau – Macharten von Ost bis West an der HKB gibt seltene Einblicke in laufende Wettbewerbe von Kunst und Bau der Stadt Bern. Dieses Format der öffentlichen Präsentation, das vor allem für Architekturwettbewerbe üblich ist – und zu Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Diskurs beiträgt – soll damit auch für den Bereich Kunst und Bau erprobt werden. Eine Tagung zum Stellenwert baubezogener Kunst aus ehemaligen osteuropäischen Staaten für die gegenwärtige Praxis verbindet die Ausstellung in der HKB mit jener in der Stadtgalerie.

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